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Käferteile im Web

Gestern habe ich zwei Stunden lang das WWW nach einem Shop durchsucht, in dem ich einen Scheibenwischerschalter mit elfenbeinfarbenem/weißen Knopf bekomme. Genau der Schalter ist in Fritzchen nämlich nicht original sondern durch einen schwarzen ersetzt, der zu späteren Baujahren gehört und ein wenig die Optik des Armaturenbretts verschandelt.

Die vorläufig noch erfolglose Suche hat meinen Glauben ins WWW etwas erschüttert. Bis jetzt habe ich wirklich alles, was man so brauchen könnte, auch im Netz gefunden, einschließlich eines Verteilergetriebes für meinen Ex-Suzuki-Jeep.

Aber augenscheinlich waren Offroad-Teilehändler schon 1997 besser im Netz präsent als Käferteilehändler 2004. Und auf den Schrottplätzen, durch die ich mich anno ’86 nach Käferteilen gewühlt habe, brauche ich heute nach derartigen Oldtimerteilen nicht mehr zu durchsuchen.

Gibt’s sowas wie ein Amazon für Oldtimerteile? Wenn nein, wer die Geschäftsidee aufgreifen will, ich würde mitmachen :-)

Da bleibt mir wohl nichts übrig, als auf die nächste Veterama etc. zu touren. Sollte jemand wissen, wo ich einen Wischerschalter für einen 62er Exportkäfer bekomme, ich bin für Tipps dankbar :-)

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Frost im VW

Mal wieder eine Geschichte über meine alten Käfer. diesmal wieder über Elliot den 65er. Über seine malade linke Seite habe ich ja schon berichtet, als ein roter Käfer versuchte, einem roten Käfer die Vorfahrt zu nehmen. Es gibt bzw. gab tatsächlich Leute, die ordnen sich links ein und versuchen dann, rechts abzubiegen.

Fazit war jedenfalls, Elliot war danach etwas undicht um den Unterboden. Bei Regen lief regelmäßig Wasser unten rein. Wir, d.h. meine Mutter und ich, versuchten, dieser Flut mit Zeitungspapier zu begegnen, sicherlich nicht unsere beste Idee. Besonders im Winter konnte es passieren, dass man morgens eine kleine kompakte Eisfläche vorfand, wo eigentlich eine rutschfeste Gummimatte den Fußraum schmücken sollte. Glücklicherweise funktionierten die Heizbirnen noch. Aber es brauchte doch den einen oder anderen Kilometer, um Elliot soweit zu erwärmen, dass man durch die Scheiben sehen konnte.

Ein probates Mittel, um die Durchsicht schlagartig zu erhöhen, lag darin, Defrosterspray innen auf die Scheibe zu sprühen. Tunlichst allerdings bei leicht geöffnetem Fenster, die Alkoholdämpfe waren ansonsten atem- und sinnesberaubend. Die normale Startprozedur sah so aus:

1. Defrosterspray auf das Türschloß,
2. einsteigen, Defrosterspray in die Pedalerie, um das Eis zu lösen
3. Motor anlassen, Heizung aufdrehen
4. Seitenscheibe runterkurbeln, Defrosterspray von innen auf die Windschutzscheibe, warten, mit Antibeschlagtuch nachwischen
5. Schalthebel im Stand mehrmals beherzt durch alle Gänge schalten
6. losfahren und den Linksbremstrick anwenden, bis die Startautomatik die Leerlaufdrehzahl auf mehr als Absterbdrehzahl heraufgeregelt hat.

So nach fünf Minuten konnte man meist auch das Fenster wieder hochkurbeln. War Elliot erst mal warm, wurde es richtig kuschelig und die Defrosterdämpfe waren dann ja schon durchs vorher offene Fenster entwichen.

Trotz dieser etwas umständlichen Prozedur habe ich es sehr genossen, Elliot samstags für die Fahrten zur Schule benutzen zu dürfen. Klar, mit Vaters Manta GTE konnte man mehr angeben, aber den kriegte ich nur äußerst selten. Und selbst mit dem Käfer war ich einer der ersten, der mit dem Wagen zur Schule fahren konnte :-)

Nachdem klar war, daß Elliot den nächsten TÜV-Termin nicht überleben würde, griff ich zu rabiaten Mitteln, um ihn trockenzulegen. Ein gut platziertes Bohrloch in den Unterboden an einer tiefen Stelle links unter der Rücksitzbank diente als permanenter Wasserablauf. Danach war Elliot bis zu seinem seligen Ende wieder ein trockener Käfer.

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Ein käferloser Tag

nun ist es passiert, mein erster käferloser Tag seit Freitag. Die Entzugserscheinungen halten sich noch in Grenzen, aber mir fehlt das Boxerklingeln. Naja, bald ist ja Wochenende und damit Gelegenheit, Fritzchen wieder zu bewegen. Vielleicht nehme ich mir den Motorsound ja für die käferlosen Arbeitstage auf :-)

VW im Grünen

So ganz käferlos war’s heute ja auch nicht, meine erste Tat heute im Büro war, Fritzchen als Hintergrundbild auf meinem Firmen-Notebook einzurichten und meine Kolleginnen und Kollegen mit Geschichten über mein ereignisreiches VW-Wochenende und mit dem Link auf dieses BugLog zu versorgen.

Und ja, ich war eben verrückt genug, nochmal kurz nach ihm zu sehen, als ich um 21:30 von der Arbeit zurück kam. Alte Männer werden eben etwas wunderlich. Schliesslich bin ich fast so alt wie mein Käfer…

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Ummeldung, eine moderne Form der Wegelagerei?

Fritzchen frisch umgemeldet

Fritzchen frisch umgemeldet

So, es ist geschafft, Fritzchen ist ab heute ein amtlich verbriefter und ordentlich angemeldeter hannoverscher Oldtimer, mit H-Kennzeichen und allem drum und dran.
Vielleicht war es gar nicht so schlecht, das ich total verschlafen habe und erst um kurz nach neun aus den Federn kam. So war ich gegen 9:45 bei der Zulassungsstelle und zog eine Nummer, die nur 16 Nummern in der Zukunft lag. Nach knapp einer halben Stunde Wartezeit wurde meine Nummer aufgerufen und das Abenteuer Anmeldung konnte beginnen.

Es begann damit, daß Wunschkennzeichen 10,50 € extra kosten und die zweistelligen ihr Geld alle nicht wert gewesen wären. Also überließ ich das Nummernschild dem Zufall und sparte wenigstens dieses Geld.
Weiter ging es damit, das für meinen Oldtimer kein elektronisch abrufbarer KFZ-Schein exisierte, so daß der vorhandene Brief manuell abgetippt werden mußte. Natürlich nicht kostenlos, dieser Verwaltungsakt kostet 17,50 € extra. Insgesamt verlangte die Zulassungsstelle stattliche 47,10 €.
Mit der Quittung und dem darauf abgedruckten Kennzeichen ging’s dann zum Schildermacher. 33,50 € für die Schilder, 7,50 € für’s anbringen. Kann mir jemand erklären, warum gleich große Überführunsgkennzeichen mehr als 10 € weniger kosten?

Und den Stunt mit dem Anbringen hätte ich evtl. auch selbst erledigen können. Der Monteur war zwar nett, hatte aber auch kein passendes Werkzeug dabei, um die durchaus handelsüblichen Schrauben und Muttern voneinander zu trennen. Mit Zange und Schraubenzieher, die ich beide ebenfalls an Bord gehabt hätte, hätte ich das sicher ebenso professionell erledigt :-)

Spannend wurde es dann noch, als ich auf der Quittung der Zulassungsstelle feststellte, daß das falsche TÜV-Datum eingetragen war. Also flugs zurück zur Sachbearbeiterin, um sie rechtzeitig auf den Fehler aufmerksam zu machen, aber darüber war sie beim Abtippen des Briefs schon selbst gestossen.
Nur dem Herrn beim Plaketteneinpressen mußte ich es dann nochmal erklären, sonst würde Fritzchen jetzt trotz frischem TÜV mit einer Plakette für 4-2005 herumfahren. Danach machten Fritzchen und ich dann einen kleinen Abstecher ins hannoversche Büro meines Brötchengebers, wo ich meine Neuerwerbung stolz vorführen konnte.

Zum guten Abschluß dieses Abstechers führten mein Bruder und ich noch eine alte Tradition fort. Jedes neu zugelassene Auto wird von uns beim Schnellchinesen in der Deisterstr. gefeiert. Normalerweise begehen wir diese Tradition allein, diesmal durfte seine ganze Familie mit. Das Hallo bei Aaron war groß, als er von seinen Eltern und mir mit dem Käfer direkt von der Schule abgeholt wurde. Ich muß ihn unbedingt mal fragen, ob das seinen Status jetzt gehoben oder gesenkt hat :-)

Und was habe ich heute gelernt?

  1. Schildermaler ist ein lohnender Beruf, wenn man direkt neben der Zulassungsstelle arbeitet
  2. Ich werde mich sofort um den Job bewerben, wenn dereinst die Zulassungsstelle privatisiert wird. Das lohnt sich bestimmt auch
  3. Ein Auto zulassen dauert eine Stunde und kostet knapp 90 €. Früher kostete es die Hälfte, dauerte dafür aber doppelt so lange
  4. Hat ein Auto mal ein Historien-Kennzeichen gehabt, braucht man scheinbar nie wieder die Originalität nachzuweisen, jedenfalls wollte die Zulassungsstelle das Dekra-Gutachten gar nicht sehen
  5. Hat man einen Oldtimer, lächeln einen alle an

Ach ja, außerdem scheint mein alter Käfer-Sinn wieder zurückzukehren. Als Fritzchen heute morgen, bei dem feuchten und kalten Wetter nicht so richtig wollte, war mir sofort klar, daß er ein wenig zu fett eingestellt ist. Sowie ich einen Hallenplatz habe, werde ich mich mal ein wenig mit dem Motor beschäftigen :-)
Außerdem scheinen meine Füße kleiner geworden zu sein, ich kriege den Trick mit dem gleichzeitig bremsen und Gasgeben nicht mehr hin. Damit habe ich vor 20 Jahren Elliot, der einen wirklich miserablen Kaltlauf gehabt hat, an den ersten Ampeln am Gas gehalten. Einfach mit der Fußspitze bremsen, während man mit dem Hacken weiter Gas gibt, damit bloß der Motor nicht ausgeht. Hat heute bei Fritzchen nicht funktioniert…

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Sonntagsausflug

09:30: …und ich habe es doch getan. Sollte ich mir dabei eine Erkältung geholt haben, kriege ich sicher was zu hören, aber angesichts des Sonnenscheins heute morgen mußte ich einfach Fritzchen satteln, das Faltdach öffnen und die erste und möglicherweise letzte Freiluftfahrt dieses Jahres genießen. Heizung aufgedreht, vollgetankt, Kragen hoch, Baseball-Cap nach hinten gedreht und ab über die Dörfer nach Gehrden, alte Freunde besuchen.

 

So ging’s über den Südschnellweg zum Landwehrkreisel, über Hemmingen nach Ihme-Roloven. Dann von Ronnenberg nach Gehrden, genau auf den Strecken, die ich schon mit meinen anderen beiden Käfern unsicher gemacht habe. Das Wetter hielt und ich habe mich zum wiederholten Mal gefragt, warum ich solange damit gewartet habe, mir einen 62er Faltdachkäfer zu kaufen. Vorgenommen habe ich mir das schon vor 20 Jahren. Aber vielleicht mußte der Traum solange reifen, bis Fritzchen und ich uns über den Weg laufen bzw. rollen konnten.

Bis jetzt ist mir doch tatsächlich noch niemand begegnet, der mich irgendwie für verrückt erklärt hätte, weil ich mich mit einem alten Käfer beschäftige. Alle haben entweder eine schöne Geschichte aus ihrer Kindheit zu erzählen, kramen Photos raus, auf denen sie mit ehemaligen Familienlimousinen, sprich Käfern diverser Baujahre und Farben, zu sehen sind oder überlegen halblaut, ob es nicht wirklich an der Zeit wäre, selbst den einen oder anderen Oldtimer in die Garage zu holen…

14:30: Fritzchen und ich haben mit Dirk und Aaron sozusagen eine Reise in die Vergangenheit unternommen. Zuerst das Aha-Erlebnis bei Aaron (8), als er vorn im Auto keinen Motor sehen konnte. Er erklärte, bis jetzt hätte er sich immer gewundert, warum Käfer hinten so einen kleinen Kofferraum haben. Jetzt weiß er es besser.

Dann kurz zur Tankstelle, Luftdruck prüfen. Und dann ging es über Ricklingen, Wettbergen und Ronnenberg nach Empelde, wo Dirk und ich einen großen Teil unserer Kindheit zugebracht haben. Ich konnte es kaum glauben, aber das Klettergerüst in Hausform, mit dem wir früher immer gespielt haben, steht noch auf dem gleichen Spielplatz, allerdings an anderer Stelle.

Dann knatterten wir an unserer alten Schule vorbei, zurück nach Hannover. Allerdings nicht ohne noch einen kleinen Abstecher zur Schrebergartenkolonie am Mittellandkanal zu machen, wo unserer Großeltern einen Garten hatten. Als Fritzchen da ganz für sich auf dem Randstreifen parkte, fühlte man sich tatsächlich fast wieder in die 60er zurückversetzt.

Fazit, ich weiß nicht, ob dieses Grinsen, daß ich seit Freitag mit mir rumtrage, jemals wieder weggeht. Gutes Gefühl. Mein Rat an alle geneigten Mitleserinnen und Mitleser, egal, was es für ein Aufwand ist, erfüllt euch mindestens einen langgehegten Wunsch. Es lohnt sich. Immer!

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