Elliot, der Schmunzelkäfer
Gerade bin ich beim Stöbern in alten Aufnahmen unverhofft über ein Bild von meinem ersten Käfer gestolpert, ein 65er 1200 Export, der von der Familie auf den Namen Elliot getauft wurde. Links neben ihm sieht man eine Ecke unseres damaligen Familienwagens, eines 78er Manta B GT/E.
Elliot ersetzte den arg in die Jahre gekommenen alten Renault, den mein Opa meiner Mutter geschenkt hatte. Irgendwann hatte der Renault keinen Rückwärtsgang mehr und es musste ein anderer fahrbarer Untersatz für meine Mutter her. Von einem Besuch bei Bekannten brachten meine Eltern dann Elliot mit, den sie für 500 DM erstanden hatten. Das muss ca. 1978 gewesen sein, da war Elliot also etwa 13 Jahre alt. In diesen längst vergangenen Zeiten waren alte Käfer allerdings auch nicht viel wert, gab es sie doch im Überfluß.
Elliot hatte, wie Fritzchen, einen etwas stumpfen Lack und diverse kleine Rostmacken. Wieso wir ausgerechnet Klebebilder von Elliot dem Schmunzelmonster benutzten, um die Rostflecken zu überdecken, weiß ich nicht mehr, aber er hatte jedenfalls überall kleine Aufkleber auf der Karrosse und ein großes Schmunzelmonster auf der Motorhaube.
Denkwürdig war der Unfall, der Elliots Inkontinenz zur Folge hatte. Meine Mutter stand an der Ampel auf der rechten Geradeausspur , als sich ihr unerwartet links ein weiterer roter Käfer in die Seite bohrte, dessen Fahrerin plötzlich rechts abbiegen wollte. Resultat waren zwei leicht verbogene Käfer. Elliot hatte ein deformiertes Trittbrett, eine kleine Beule im hinteren Kotflügel, vor allem aber war das Seitenteil hinter der Fahrertür und der Unterboden etwas verzogen und damit nicht mehr wasserdicht.
Bei Regen lief daher immer etwas Wasser in den Käferfußraum und schwappte beim Bremsen hin und her. Kurzfristig Abhilfe schafften Stapel von Zeitungen links unter der Rückbank. Wirklich trocken wurde er durch eine gezielt unter der Rückbank applizierte Entlastungsbohrung.
Irgendwann 1982 wurde er verschrottet, weil der TÜV abgelaufen war und die Chancen, ihn nochmal durch zu bekommen, aufgrund des Unfalls und der allgemeinen Rostlage nicht gut waren. R.I.P.
Die Hauptuntersuchung ist geschafft
So, jetzt ist wieder zwei Jahre Ruhe. Fritzchen hat wieder behördlichen Bewegungssegen auf öffentlichen Strassen. Diesmal war es für mich besonders spannend, denn ich habe mir alle möglichen Gründe überlegt, warum der TÜV-Prüfer seinen Segen verweigern sollte. Zu alte Reifen, zu dunkle Beleuchtung und alles, was einem noch so einfällt.
Die Beleuchtung ist tatsächlich etwas dunkel, bei einem knapp 49 Jahre alten Auto mit 6V-Elektrik ist das aber auch keine große Überraschung. Da die Lichtmaschine auch schon deutliche Abnutzungserscheinungen zeigt, ist es wohl an der Zeit, über einen 12V-Umbau nachzudenken. Die Reifen sind wirklich, wirklich alt, wie ich zu meinem eigenen Schrecken feststellen musste. Neue sind schon bestellt. Interessanterweise sind 18 Jahre alte Reifen aber kein Durchfallgrund bei der HU, wenn sie nicht porös sind und genug Profil haben. Trifft beides noch zu, aber runter kommen sie trotzdem, hoffentlich noch vor dem Trip nach Hannover. Passende Conti-Pneus sind schon geordert. Allerdings kriegt man sowas auch nicht mehr im Laden um die Ecke.
Sehr schön war die Unterstützung durch die VW-Werkstatt meines Vertrauens in Rüdersdorf. Danke an Herrn S. für die “Vorzugsbehandlung” und danke an den erfahrenen Mechaniker, der Fritzchen vor seinem Osterurlaub noch schnell dazwischen geschoben hat. Jetzt stimmt das Kupplungsspiel wieder, die Massekabel tun wieder, was sie sollten und die gute alte Bundbolzenvorderachse ist auch mal wieder geschmiert. Mal sehen, ob ich irgendwo günstig eine “neue” 6V-Lichtmaschine mit neuem LiMa-Regler schiessen kann, um der Bordelektrik vollständig wieder auf die Beine zu helfen.
Jetzt muss sich nur noch das Wetter etwas halten und meinem ersten Besuch beim Maikäfertreffen steht nichts mehr entgegen…
Kommt Fritzchen zum Maikäfertreffen oder nicht?
Seit ich mir den Käfer gekauft habe, hatte ich vor, mit ihm zum Maikäfertreffen nach Hannover zu fahren, wo sich jedes Jahr am 1. Mai Luftgekühlte Automobile versammeln um der Welt zu zeigen, was es heisst, wenn man läuft und läuft und läuft und läuft…
Dieses Jahr habe ich es mir fest vorgenommen. Dazu muß Fritzchen nur verkehrstüchtig genug sein, um die 350 km in jede Richtung klaglos und ohne behördliche Belästigung zu überstehen. Fritzchen sollte nämlich längst wieder TÜV haben, schließlich war er schon im November 2010 fällig. Da war er allerdings schon im Winterschlaf. Diese Woche sollte es soweit sein, der Winterschlaf ist zu Ende und der überfällige TÜV-Termin sollte heute über die Bühne gehen, als letzte Hürde vor unserem großen Trip.
Beim Vorabcheck nach Wagenwäsche und Aussaugen stellte ich leider fest, daß die Beleuchtungsstärke arg zu wünschen übrig ließ. So würde das mit dem TÜV wohl nichts werden. Also begann eine kleine Diaspora, um eine passende Werkstatt zu finden, die Fritzchen das Licht wieder aufgehen liesse. Der Bosch-Servicepoint hätte mir in der verbliebenen Zeit bis zum Maikäfertreffen keinen Termin einräumen können. Die freie Werkstatt meines Vertrauens sah sich ebenfalls nicht in der Lage, den Elektrowurm zu verscheuchen. Also brachte ich Fritzchen zum ersten Mal, seit ich ihn habe, in eine VW-Werkstatt, die gleiche, in der auch unser Familien-VW gewartet wird.
Und dabei stellte sich dann erstens heraus, dass in dieser Werkstatt tatsächlich noch ein Käferspezialist tätig ist, zweitens die SAP-Werkstattsoftware nicht mit so alten und kurzen Fahrgestellnummern umgehen kann und drittens der Elektrowurm wohl das kleinere Problem des Käfers ist, denn auf der Fahrt zur Werkstatt fiel mir auf, dass die Gänge nur schwer zu wechseln waren. Die Kupplung trennt nicht richtig. Damit kommt eine nette kleine Liste zusammen, HU, Elektrik instandsetzen und Kupplungsproblem beseitigen. Und das alles bis spätestens 30.04., damit Fritzchen und ich am 01.Mai in Hannover sein können.
Kleines lustiges Intermezzo am Rand, auf der B1 an der Kreuzung nach Neuenhagen hat sich doch tatsächlich ein BMW aktuellen Baujahrs bemüssigt gefühlt, ein Ampelrennen mit den Käfer zu starten. Ihr wisst schon , einer von diesen Typen, die als erster an der roten Ampel stehen und einfach nicht stillstehen können. Als es dann grün wurde, gab ich auf der rechten Spur Vollgas und fuhr ihm gute 200 m davon. So lange dauerte es, bis er endlich die Nase vorn hatte und dann mit deutlich zu hoher Geschwindigkeit die B1 entlang bretterte, während ich lachend mit den vorgeschriebenen 70 km/h meiner Wege fuhr.
Warum es den Weihnachtsmann nicht geben kann
- Keine bekannte Spezies der Gattung Rentier kann fliegen. Aber es gibt 300.000 Spezies von lebenden Organismen, die noch klassifiziert werden müssen, und obwohl es sich dabei haupsächlich Insekten und Bakterien handelt, schließt dies nicht mit letzter Sicherheit fliegende Rentiere aus, die nur der Weihnachtsmann bisher gesehen hat.
- Es gibt 2 Milliarden Kinder (Menschen unter 18) auf der Welt. Aber da der Weihnachtsmann (scheinbar) keine Moslems, Hindu, Juden und Buddhisten beliefert, reduziert sich seine Arbeit auf etwa 15 % der Gesamtzahl – 378 Millionen Kinder (laut Volkszählungsbüro). Bei einer durchschnittlichen Kinderzahl von 3,5 pro Haushalt ergibt das 91,8 Millionen Häuser. Wir nehmen an, daß in jedem Haus mindestens einbraves Kind lebt.
- Der Weihnachtsmann hat einen 31-Stunden-Weihnachtstag, bedingt durch die verschiedenen Zeitzonen, wenn er von Osten nach Westen reist (was logisch erscheint). Damit ergeben sich 822,6 Besuche pro Sekunde. Somit hat der Weihnachtsmann für jeden christlichen Haushalt mit braven Kindern 1/1000 Sekunde Zeit für seine Arbeit: Parken, aus dem Schlitten springen, den Schornstein runterklettern, die Socken füllen, die übrigen Geschenke unter dem Weihnachtsbaum verteilen, alle gebliebenen Reste des Weihnachtsessens vertilgen, den Schornstein wieder raufklettern und zum nächsten Haus fliegen. Angenommen, daß jeder dieser 91,8 Millionen Stops gleichmäßig auf die ganze Erde verteilt sind (was natürlich, wie wir wissen, nicht stimmt, aber als Berechnungsgrundlage akzeptieren wir dies), erhalten wir nunmehr 1,3 km Entfernung von Haushalt zu Haushalt, eine Gesamtentfernung von 120,8 Millionen km, nicht mitgerechnet die Unterbrechungen für das, was jeder von uns mindestens einmal in 31 Stunden tun muß, plus Essen usw. Das bedeutet, daß der Schlitten des Weihnachtsmannes mit 1040 km pro Sekunde fliegt, also der 3.000-fachen Schallgeschwindigkeit.
Zum Vergleich: Das schnellste von Menschen gebaute Fahrzeug auf der Erde, der Ulysses Space Probe, fährt mit lächerlichen 43,8 km pro Sekunde. Ein gewöhnliches Rentier schafft höchstens 24 km pro Stunde. - Die Ladung des Schlittens führt zu einem weiteren interessanten Effekt. Angenommen, jedes Kind bekommt nicht mehr als ein mittelgrosses Lego-Set (etwa 1 kg), dann hat der Schlitten ein Gewicht von 378.000 Tonnen geladen, nicht gerechnet den Weihnachtsmann, der übereinstimmend als übergewichtig beschrieben wird.
- Ein gewöhnliches Rentier kann nicht mehr als 175 kg ziehen. Selbst bei der Annahme, dass ein “fliegendes Rentier” (siehe Punkt 1) das zehnfache normale Gewicht ziehen kann, braucht man für den Schlitten nicht acht oder vielleicht neun Rentiere. Man braucht 216.000 Rentiere. Das erhöht das Gewicht – den Schlitten selbst noch nicht einmal eingerechnet – auf 410.400 Tonnen.
Nochmals zum Vergleich: Das ist mehr als das vierfache Gewicht der Queen Elizabeth. - 410.400 Tonnen bei einer Geschwindigkeit von 1040 km/s erzeugt einen ungeheuren Luftwiderstand – dadurch werden die Rentiere aufgeheizt, genauso wie ein Raumschiff, das wieder in die Erdatmosphäre eintritt. Das vorderste Paar Rentiere muß dadurch 16,6 Trillionen Joule Energie absorbieren. Pro Sekunde. Jedes.
Anders ausgedrückt: Sie werden praktisch augenblicklich in Flammen aufgehen, das nächste Paar Rentierewird dem Luftwiderstand preisgegeben, und es wird ein ohrenbetäubender Knall erzeugt. Das gesamte Team von Rentieren wird innerhalb von 5 Tausendstel Sekunden vaporisiert. Der Weihnachtsmann wird währenddessen einer Beschleunigung von der Größe der 17.500-fachen Erdbeschleunigung ausgesetzt. Ein 120 kg schwerer Weihnachtsmann (was der Beschreibung nach lächerlich wenig sein muß) würde an das Ende seines Schlittens genagelt – mit einer Kraft von 20,6 Millionen Newton… - Damit kommen wir zu dem Schluß:Wenn der Weihnachtsmann irgendwann einmal die Geschenke gebracht hat, ist er heute tot. Frohe Weihnachten
Quelle: unbekannt





